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Dossier WMS2019

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Mission Nordost

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„Einem hungrigen Magen kann man nicht das Evangelium verkünden“, sagt Bischof Michael Akasius Toppo aus der Diözese Tezpur.

Das Christentum erlebt in Nordostindien einen großen Zuspruch. Nicht nur, weil die Kirche den Menschen geistlichen Beistand gibt. Sondern weil sie ihnen praktische Hilfe im Alltag bietet.

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Mission: Frieden

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Ein winziges Kügelchen erinnert ihn an schwierige Zeiten. Erzbischof Thomas Menamparampil öffnet eine Schublade seines Schreibtisches und nimmt die kleine schwarze Kugel heraus.

Er hat sie bei einer seiner Friedensmissionen aufgelesen. Vermutlich sollte sie als Munition für die traditionelle Schusswaffe eines Stammeskämpfers dienen.

„Sie hätte auch mir gelten können“, sagt der Erzbischof, und deshalb bewahrt er sie auf als Erinnerung an kriegerische Tage – und als Zeichen für den langen Weg des Fortschritts, den die Region Nordostindien bewältigt hat.
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Das soll nicht heißen, dass nun für alle Zeiten Frieden garantiert wäre. Außer in der Unruheprovinz Kashmir sind nirgendwo so viele indische Soldaten stationiert wie in Nordost.

Noch immer bestehen viele Rebellengruppen fort, und ihre Forderungen kann man auf Wandmalereien lesen: „Freiheit für das Bodoland“ oder „Ein unabhängiger Staat Assam“.

Umso sensibler muss derjenige vorgehen, der sich als Vermittler anbietet und zwischen den verfeindeten Parteien Frieden stiftet.
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Im Lauf der Jahre haben Erzbischof Thomas, heute 82 Jahre alt und emeritiert, und sein Team genug Erfahrung gesammelt. In nicht weniger als elf verschiedenen Stammeskonflikten konnten sie die Rivalen besänftigen, die um Landrechte, Zugang zu Bodenschätzen oder politischen Einfluss stritten.

Mit Geduld, Charme und sanftem Druck ließen sie sich zu tragfähigen Kompromissen bewegen. „Auch die Krieger wollen Frieden“, sagt Erzbischof Thomas und betont: „Den Frieden haben nicht wir gebracht. Das waren die Menschen schon selbst. Wir haben nur ein Klima des Dialogs geschaffen.“
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Selbstbewusst die Zukunft meistern

„Selbst ist die Frau“ ist in Indien keine Selbstverständlichkeit.  

Über alle Gesellschaftsschichten hinweg werden Frauen geringgeschätzt.  

Zuhauf werden sie im Alltag auf ihre Rolle als Mutter und Dienerin für die Familie reduziert.  

Sie werden Opfer von Gewalt, Misshandlungen und Vergewaltigungen.
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In der nordostindischen Diözese Agartala hat die Kirche eine Initiative ins Leben gerufen, die das Potenzial insbesondere von indigenen Frauen fördert und ihre Rolle in der Gesellschaft stärkt.  
Frauen werden ermutigt, ihre Fähigkeiten zu nutzen und ein eigenes kleines Unternehmen zu gründen.  

Als Unternehmerinnen produzieren sie Kautschuk und selbstgewebte Schals, halten Schweine und Ziegen, betreiben kleine Lebensmittelshops oder reparieren Fahrräder.  

„Wir zeigen ihnen, wie sie Businesspläne schreiben, wie sie ihre Fähigkeiten gewinnbringend einsetzen und mit ihrem Einkommen haushalten können“, erklärt Father Jeevan Kennady, der in Agartala für die Frauenförderung verantwortlich ist.
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Die Frauen des Dorfes Bagbari haben sich zu einer Gemeinschaft zusammengeschlossen, einer Frauen-Selbsthilfegruppe.  

Unter der Leitung von Kabita Debbarma organisieren sich die Frauen eigenständig, gewähren sich gegenseitig Kredite, beraten sich und entwickeln weitere Geschäftsideen.  

In manchen Dörfern entstehen  daraus komplexe soziale Bewegungen.
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Noch wichtiger ist allerdings, was das Förderungsprogramm mit den Frauen macht. „Ich war früher unglaublich schüchtern und hatte überhaupt kein Selbstbewusstsein“, erzählt Kabita Debbarma.  

Mittlerweile arbeitet sie als Mentorin für mehrere Selbsthilfegruppen und teilt ihr Wissen mit den Frauen.  

Dieses Gefühl, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, wird sie außerdem an die nächste Generation weitergeben.
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Tee aus Assam

Schon seit den 1990er-Jahren gibt es Versuche, aus bewaffneten Rebellen friedliebende Bürger zu machen. Die Regierung vergibt zum Beispiel Land, damit bisher perspektivlose Familien ihre eigenen Teestauden anpflanzen können.

Die Region ist für ihren Assam-Tee berühmt. Doch der wird hauptsächlich von großen Konzernen produziert. Einfachen Bauern bleiben meist bloß Tagelöhnerdienste.
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Die katholische Kirche will das ändern, und betreibt in der Diözese Tezpur eine kleine Fabrik, die die Ernte von mehr als 400 Familien aufkauft und weiterverarbeitet.

Bis zu 12 000 Menschen profitieren am Ende davon.

„Das ist doch ein viel besseres Leben als bei den Rebellen im Dschungel“, sagt Pfarrer Sebastian KV, der auch Direktor der Teefabrik ist. „Wir zahlen einen guten Preis für die Ernte.

Die Menschen können sich ein Haus bauen, ihre Kinder zur Schule schicken und ihre Familie ernähren.“
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Schwestern auf Tour

Die Wege sind holprig und steil, der Lehm zwischen den Felsstücken ist ausgewaschen von der Regenzeit.

Den Weg nach oben schafft ein Geländewagen gerade so, im Schritttempo.

Oben ist da, wo es weder Strom noch fließendes Wasser noch medizinische Versorgung für die Menschen gibt.

Dort oben in den entlegenen Bergdörfern des Bundesstaates Meghalaya kämpft das Volk der Khasi um bessere Lebensumstände am äußersten Rand der indischen Gesellschaft.  
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„Die Menschen kennen keine Alternativen“, sagt Schwester Cecilia Sad angesichts der schwierigen Versorgungslage vor Ort. Für Schwangere oder Kranke droht im Notfall jegliche Hilfe zu spät zu kommen.

Denn noch immer sind manche Khasi-Dörfer nur in einem mehrstündigen Fußmarsch und unter großen Strapazen zu erreichen.

Auf wenigen Quadratmetern leben die Khasi-Familien dort in kleinen Einraumhütten unter Wellblechdächern. Vor allem in den kalten Wintermonaten, in denen die Temperaturen nachts unter Null Grad sinken, müssen die Familien eng zusammenrücken.

Das Leben am Tag spielt sich meist vor den Hütten ab. Die Khasi betreiben Landwirtschaft, verdienen Geld mit dem Flechten von Körben oder verdingen sich als Tagelöhner im Steinbruch.
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Schwester Cecilia und ihre Mitschwestern sind selbst Khasi-Frauen. Sie kennen die Lebensumstände in den Bergen aus eigener Erfahrung.

Deshalb machen sie sich als sogenannte „Touring Sisters“ auf den beschwerlichen Weg zu den Menschen in den Dörfern und leben für einige Zeit in deren Familien.

Sie bringen den Dorfbewohnern das Evangelium nahe, hören ihre Probleme, bilden Frauen in erster Hilfe aus, geben Ratschläge in Hygiene und Ernährung und stärken das Selbstbewusstsein der Gemeinschaft. Oft unterrichten sie auch in den Pfarreischulen nahe ihrer Missionszentren.
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Kohlenstaub und kleine Kirchen

Schwarze Hügel türmen sich am Wegesrand unweit der großen Bundesstraßen. Sie glänzen in der Sonne. Zwischen ihnen stehen Lastwägen mit offenen Laderäumen, aus denen Kohle geschippt oder hinein befördert wird. Die Arbeiter beäugen jeden Fremden voller Argwohn.

Denn in den Jaintia Hills im Bundesstaat Meghalaya boomt das illegale Geschäft mit der Kohle.
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Der ungesicherte Abbau von Kohle ist seit 2014 rechtswidrig, weil immer wieder Menschen den Tod in den Schächten finden. 

Die Schächte werden erst vertikal und dann horizontal in die Erde gegraben, ohne dass das Erdreich ausreichend gestützt wird. Die Arbeiter, meist Kinder, steigen auf Bambusleitern in die Tiefe, um auf engstem Raum mit Spitzhacken die Schwarzkohle aus dem Gestein zu schlagen.

„Wir nennen das 'Rat Hole Mining'“, sagt Schwester Martina Thabah, Bergbau in Rattenlöchern.

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Seitdem der ungesicherte Kohleabbau für illegal erklärt wurde, ist allerdings auch die Lage extrem angespannt. „Die meisten Menschen arbeiten trotz der Gefahren weiter“, sagt Schwester Martina Thabah.

„Für viele ist es der einzige Broterwerb. Die Menschen sind so arm an Geld wie die Erde arm an Nährstoffen ist. Das Wasser ist flächendeckend verschmutzt“, konstatiert die Schwester.

Und den Minenarbeitern winkt mit der Kohle das schnelle Geld.
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Schwester Martina Thabah sieht für die Menschen einen Weg durch die Kraft Kleiner Christlicher Gemeinschaften.

„Wir brauchen eine gesellschaftliche Veränderung“, sagt die Schwester. Die Kinder benötigen eine umfassende Schulbildung, aber sie hat auch die Erwachsenen im Blick.

In Bildungszentren und manchmal direkt in den Dörfern bietet Schwester Martina mehrtägige Programme in pastoraler Unterweisung, Führungskompetenzen und persönlicher Entwicklung an. Dazu kommen Kurse in Landwirtschaft und Tierhaltung.
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In Kleinen Christlichen Gemeinschaften innerhalb der Dörfer setzen die Teilnehmer das Erlernte um.

„In vielen Dörfern findet allmählich eine Veränderung statt“, sagt Schwester Martina.

Viele Gemeinschaften kümmern sich um Kranke, helfen sich in Notlagen und betreiben nachhaltige Landwirtschaft.

Die festen Bestandteile des Bibel-Teilens geben Stabilität und Sicherheit im Alltag.
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Das bedrohte Paradies

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Indien entwickelt sich rasant und kann große Erfolge im Kampf gegen die Armut vorweisen. 

Mit zunehmendem Wohlstand und steigender Entwicklung bekommt Indien auch massive Umweltprobleme. Autoabgase und Fabriken verpesten die Luft. Plastikmüll breitet sich aus.

Was wird aus „Mutter Erde“?
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In den Bergregionen, wie hier im Bundesstaat Meghalaya, verschwinden die Regenwälder. Oft sind es die Menschen selbst, die die Bäume fällen und das Holz verkaufen. Sie haben kaum eine andere Chance, an Geld zu kommen und ihre Familie zu ernähren.
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Am Wegesrand müssen Kinder Steine klopfen, die für den Straßenbau gebraucht werden.
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Bruder Collinsius Wanniang von den Franziskaner-Missionsbrüdern in Nordostindien sagt: „Wenn wir es nicht schaffen, den Menschen alternative Einkommensquellen zu bieten, dann wird unsere Mutter Erde immer in Gefahr sein.“ Die Franziskaner in Orlong Hada zeigen den Menschen neue Anbaumethoden und pflanzen viele Bäume.
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Monat der Weltmission 2019

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